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…heute mal ein Thema wo jeder Fotograf sagen würde: Was soll das, das weiß doch jedes Kind…?!

Manchmal vergessen wir leider, dass wir alle mal gaaaanz klein angefangen haben und auch die für uns jetzt einfachsten Dinge waren in den Anfängen einen große Herausforderung!

Ich habe vor ein paar Tagen mal ein Bild auf Facebook hochgeladen auf dem eine Möwe im Flug zu sehen war. Ich wurde tatsachlich mehrfach von Hobby-Fotografen angeschrieben wieso die Möwe so scharf sei, sie würden im Urlaub ca. 1000000 mal den Auslöser drücken und die Möwen sind alle unscharf…

Ich habe mir die Mühe gemacht und mir von den Leuten die Raws schicken lassen, 3 von 4 wussten in dem Fall nicht mal was ein RAW ist. Nach kurzer Aufklärung eröffneten sich vollkommen neue Welten, aber das ist ein anderes Thema. Nach kurzer Einsicht fiel mir auf, dass bei allen „Vogel im Flug“ Bildern mit unter 1/160 fotografiert wurde, bei einem sogar mit Blende 1,4 (er hatte sich extra einen Graufilter gekauft, aber auch das ist auch ein anderes Thema).

Ich habe auf jeden Fall beschlossen den Damen und Herren zu helfen, evtl. hilft das ja auch dem ein oder anderem der sich nicht traut zu fragen. Ich werde das Ganze relativ einfach und ohne viel Fachchinesisch erklären.

Zum Verständnis: Wir wollen ein sich bewegendes Ziel mit etwa 25-50 cm Spannweite in einer Entfernung von 10-20 Metern fotografieren. Ich muss also darauf achten, dass mein Verschluß sehr schnell auf und zu geht, damit das Motiv auch scharf wird.

Mein persönliches Vorgehen und meine Ausrüstung:

– Nikon D800 Manuell mit AF-C-Betrieb und Spotmessung auf 3D Tracking.
– Nikkor 70-200mm 2.8 und Sonnenblende
– Brot zum hochwerfen damit die Möwen lauern 😉

AF-C
Für Motive, die sich zur Kamera hin oder von der Kamera weg bewegen. Hier fokussiert die Kamera im ausgewählten Messfeld kontinuierlich, nachdem der Auslöser bis zum ersten Druckpunkt gedrückt wurde; wenn sich das Motiv bewegt, schaltet die Kamera die prädiktive Schärfenachführung ein und berechnet “vorausschauend” die endgültige Distanz zum Motiv zum Zeitpunkt des Auslösens und passt die Schärfe entsprechend an.

Spotmessung

Eine tolle Sache ist die Spotmessung. Hierbei wird nur ein sehr kleiner Teil des Bildes, zumeist sogar der, auf den das Fokusfeld platziert ist, für die Belichtungsmessung herangezogen. Das Motiv läßt sich so also relativ exakt belichten. Man muss allerdings sehr genau arbeiten. Befindet sich neben dem (hellen) Motiv ein dunkler Bereich und man misst diesen per Spotmessung, so ist die Belichtung komplett dahin.

3-D-Tracking
Hierbei verfolgt die Kamera die Bewegungen des Motivs, auch wenn das anvisierte Detail das Fokusmessfeld verlässt, und sie aktiviert selbsttätig passende benachbarte Messfelder.

Zeit:
Wählt eine schnelle Verschlusszeiten, um die Möwen in ihrer Bewegung „einzufrieren“, z.B. 1/1600 oder schneller, die Wetterlage spielt dabei natürlich eine wesentliche Rolle. Man benötigt bei diesen Verschlusszeiten schon viel Licht / Sonne.

Blende:
Als Blende nehmen wir einen Wert zwischen f5.6 und f10, je nachdem, wie stark die Möwe vom Hintergrund freigestellt werden soll und ob alle Körperteile des Vogels gleich scharf sein sollen, die Entfernung spielt dabei ebenfalls eine Rolle, je weiter der Vogel entfernt desto höher sollte auch die Blende sein. Auch hier ist die Wetterlage entscheidend zb. bei 1/1600 und Blende f10 und kaum Licht wird das Bild selbstverständlich sehr sehr dunkel bis schwarz.

Das war der ungefähre Wortlaut meiner Antwort an die Interessierten Fotografen, Ihnen hat es geholfen und ich konnte bereits Stunden später die ersten „scharfen“ Möwen / Vögel bewundern, also habe ich mir gedacht, ich stelle es für jedermann zur Verfühgung. Wer jetzt schmunzelt und lacht darf gerne an seine „Anfänge“ denken und wird dann garantiert noch mehr schmunzeln. Wir kochen alle nur mit Wasser.

Hier ein kleines Making of Video und der Auslöser für diese Anfrage.

 

DS8_2700hp

 

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